WIESO MEIN 10-JÄHRIGES ICH HEUTE WENIGER WEIHNACHTEN UND MEHR FAMILIE FEIERN WÜRDE

Ich bin ein Kind der 80er. Aufgewachsen bin ich in den 90ern. Also mit viel Lametta am Baum und ein Paar Geschenken darunter. Ein Paar… genau das ist es. Es gab von jedem nur ein Geschenk. Naja, bei zwei Großeltern, Mama, Papa und ein paar Onkeln und Tanten kam da schon was zusammen, aber nicht wirklich so viel und nur das was man wirklich brauchte und wollte. Vor allem was man brauchte. Und dafür bin ich heute sehr dankbar. Ich erinnere mich noch daran, als mir mein Onkel ein kleines rotes Feuerwehrauto aus New York mitbrachte. Das war toll. Es steht heute noch in meinem Kleiderschrank und ist immer noch Feuerwehrrot. Aber am schönsten war es, wenn am Weihnachtsabend einfach nur alle zusammen im Wohnzimmer saßen, Plätzchen aßen und am Baum die Kerzen brannten. Denn dann, wenn die ganze Familie in einem Raum war und meine Schwester mit mir mittendrin – Weihnachtslieder singend war ich sehr glücklich. Ja singend – das mussten wir für jedes Geschenk machen. Ein Lied für ein Geschenk. Das war noch harte Arbeit. Natürlich hatte ich auch einen mehr oder weniger langen Wunschzettel, aber den hatte ich vergessen als das Leuchten des Baumes in meine Augen überging.

Familie ist das, was man nicht kaufen oder Ver-Gutscheinen kann. Sie IST auch Next Season noch da und stehT zu uns, wenn alles andere schon wieder out ist.

Damals hätte ich mir nicht ausmalen können, was aus Weihnachten einmal werden würde. Eine Kommerzschlacht mit einem Strudel, in den man sich begibt, sobald man nur in die Innenstädte tritt oder die Websites der Onlinehändler aufruft.

Und dabei wissen wir alle, dass die meisten Weihnachtsgeschenke nicht sehr persönlich sind, nicht lange halten, uninteressant werden und schnell in Vergessenheit geraten. Wir wissen auch, dass vieles was verschenkt wird, zu Dumpinglöhnen am Fließband in weit entfernten Ländern hergestellt wird. Aber was können wir tun gegen diesen Teufelskreislauf?

Das Gefühl des „ich habe an dich gedacht“

Wir haben es von klein auf gelernt, dass man sich zu Weihnachten etwas schenkt. Aber muss es immer das Irgendetwas von Irgendwoher sein oder sollte es nicht etwas Persönliches sein, bei dem der Beschenkte auch merkt, dass man sich beschäftigt hat, anstatt nur auf KAUFEN zu klicken. Denn wer schenkt, der kommuniziert auch immer. Und die Währung des Schenkens sollte doch nicht Geld, sondern ein Gefühl sein. Das Gefühl des „ich habe an dich gedacht“

Und deshalb finde ich es sehr schön zu sehen, dass sich einige viele wieder auf die Familie und auf das Zusammensein zu Weihnachten besinnen anstatt auf das Beschenken. Denn sie ist nicht nur nachhaltig sondern auch das, was man nicht kaufen oder Ver-Gutscheinen kann. Die Familie ist auch Next Season noch da und steht zu uns, wenn alles andere schon wieder out ist.

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